Das vergrabene U-Boot

Drei Stockwerke unter der Erde. Eigene Stromerzeugung, Lüftung, Heizung, Küche, Wasseraufbereitung, sogar eine eigene Werstatt Kommunikationszentrum mit allerlei ausgeklügelter Verschlüsselungstechnik. Eigenes Radiostudio. Eine Bibliothek mit allen notwendigen Gesetzes- und sonstigen Büchern. Nur, wer hier hätte wohnen sollen, hätte  mit Dreibettzimmern für neun Insassen vorlieb nehmen müssen. "Heiße Kojen", wie auf einem U-Boot.

Der ehemalige NRW-Regierungsbunker hat tatsächlich etwas U-Boot-artiges mit den durchgehend über Putz verlegten Elektrik- Lüftungs und Hydraulikleitungen. Er laufert bloß nicht in der Tiefe der Weltmeere auf seine Beute, sondern liegt unter einem Hügel in der Eifel vergraben.  Beim Bau hat man den Anwohnern des nahen Dorfes erzählt, man baue ein Wasserwerk.

Geglaubt hat es natürlich kaum jemand.

Noch eine Sache hat er Bunker mit einem U-Boot gemeinsam. Im Unterschied zu den dramatischen Szenen in "Das Boot" haben die meisten deutschen U-Boote auf Ihren Patrouillen kaum ein Schiff zu Gesicht bekommen. So ist es auch dem Bunker ergangen. Versteckt unter der Eifeler Erde hat er seine Jahrzehnte abgespult, auf endloser Patrouille, wartend auf den Ernstfall, daß NRW von den Ländern des Warschauer Paktes angegriffen würde. Der Ministerpräsident unddie wichtigsten Beamten des Landes hötten dann von da aus sicher und geschützt weiter die Geschicke des Landes lenken können.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man hier und da die Überreste von U-Boot-Bunkern samt darin liegender Wracks einfach zugeschüttet. In Kiel hat man gar genauso mit einem jemals mächtigen Schlachtschiff verfahren.

Das ist dem Bunker erspart geblieben. Ihn hat man vom Anfang an vergraben. Wer weiß, vielleicht sogar in der weisen Voraussicht ob der Sinnlosigkeit des Kalten Krieges?

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