Ein Paar angestrahlte Bäume

Man nehme ein Wasserschloß mit schönem Garten, eine LKW-Ladung LED, Paar Kilometer Kabel, seltsame Soundkulissen, verschalte das Ganze nach Geschmack, fertig ist die Illumina auf Schloss Dyck. Über die künstlerische Qualität und die Inszenierung kann man streiten, besucht ist das Event mindestens so gut wie die Classic Days. Wenn das Licht knapp ist, sieht einiges anders aus. Genug Möglichkeiten, mit der Langzeitbelichtung zu spielen. Und bisweilen an der eigenen Ideenlosigkeit zu scheitern.

Zum Glück läßt sich aus den Geisterspuren der Besucher in Kombination mit dem Fischauge ein einigermaßen bekömmliches Pixelbrei zusammenkochen. Bei den "üblichen" Motiven haben die Hobbykollegen, die fast jedes angestrahlte Objekt belagern, wohl die besseren Ideen. Gegönnt sei es ihnen. Der Innenhof mit der Hochburg ist eher so mein Fall und ich wundere mich, wieso es so menschenleer ist. Dem Bild tut es kein Abbruch. Eher als Souvenir nehme ich ein Paar angestrahlte Büsche mit. Beim Rest vom Rundgang frage ich mich immer wieder nach der elusiven Grenze zwischen Kunst und Verarsche. Scheint wohl im Auge des Betrachters zu liegen, oder wie es eine Kollegin mal auf dem Punkt gebracht hat: "Beuys hat nur die Leute verarscht".

Das Beste kommt immmer noch zum Schluß. Die Licht- und Musikinstallation am Hauptgebäude kann sich doch sehen lassen. Kein Wunder, daß jeder da nach vorne drängt, von wo auch die Spiegelung des ganzen im Schlossweiher zu sehen ist.

Richtung erste Reihe zieht's mich nicht. Fast mit diebischem Vergnügen mache ich ein Bild von dem Lichtspiel samt Zuschauern. Man braucht wohl nicht tausend Bilder machen. Die komplette Illumina passt doch auch auf einem einzigen.

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