Going Analog

Ich habe eine Rolle Film belichtet. Eigentlich nichts besonderes. Ich hatte nichts besseres zu tun, so habe ich meine Mamiya C330 entstaubt, eine Rolle (längst abgelaufenen) Ilford Pan F Plus geladen, die zufällig herumlag, und diese auch belichtet. Mangels eigener Dunkelkammer warte ich jetzt auf die Entwicklung und fühle mich seltsam.Ich fühle mich nämlich irgendwie auf fotografischen Entzug. So, als wäre das ganze digitale Zeug nur die Einstiegsdroge und ich erst jetzt "den richtigen" Stoff probiert hätte.

Es fühlt sich berauschend an. Noch war die Rolle nicht zu Ende belichtet, so kamen mir die ersten Idee für monochrome Projekte auf und es war ein Leichtes, sich die Details dazu zu denken, wie die Bilder entstehen sollten und wie sie auszusehen hätten. Es fühlte sich an, als hätte ich aus dem Jungbrunnen der Fotografie getrunken und eine mir bis dato unbekannte Kreativitätsquelle angezapft. In einem milden Fall von Gear Acquisition Syndrome habe ich mir auch ein wenig Kleinzeug (Filme, ein Objektiv und Filter) passend dazu besorgt.

Ehe ich das alles gemacht habe, wurden aus den Ideen und dem "ich will"-Trieb handfeste Konzepte. Nicht einfach Bilder, sondern Serien sollten entstehen, jede in sich geschlossen und auf zwölf Bilder (eine Rolle Mittelformatfilm) begrenzt. Begrenzt? Ehe ich auf dem Gedanken kam, wurde mir klar, wie viel zwölf Bilder sein können. Gut, hier habe ich es mir leicht gemacht und mir Locations ausgesucht, die ich schon kenne und mit denen ich mich digital schon auseinandergesetzt habe. Geschummelt? Mag sein...

Mein Fotografie-Lehrmeister hat sich das ganze geduldig angehört und mir den Tip auf dem Weg gegeben, in Filme statt in Kamera(s) zu investieren. Eine Mahnung an den Frust über falsch belichtete oder anderweitig zerstörte Filme? Wer weiß...aber eigentlich auch egal.

Wenn das auch zum Abenteuer der Filmfotografie gehört, dann nehme ich das Risiko mit im Kauf.

P.S. Ich kann es kaum erwarten...

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