Männer und Shopping

Eigentlich dachte ich, so wären nur Frauen. Eigentlich.  So richtig in Shopping-Laune bin ich bisher nur auf der jährlichen "Flugzeugteilebörse" im Technikmuseum Speyer gewesen. Am gestrigen Samstagmorgen mußte ich aber mit Schrecken feststellen, daß meine Garderobe nicht nur gehörig abgetragen, sondern auch ziemlich klein ist. Und plötzlich hatte ich Lust auf eine Shopping-Tour.

Anstatt mich in die nächstbeste Psychiatrie einweisen zu lassen, führte mein Weg zuerst über einen Jeansladen. Immer noch versuchte ich, mir ein wenig Organisation und Zielsicherheit zu bewahren. Typisch Mann? Oder doch nicht? Bei der riesigen Auswahl gab es einfach soviel zum anschauen, anprobieren. Verhindern konnte ich es nicht, daß ich gleich zweimal schwach wurde.  Mußte einfach sein. Aber wieso zum Teufel mußte ich mich weiter umschauen. Und dazu noch das Angebot der netten Verkäuferin annehmen, was nicht nur Beratung, sondern auch einen Kaffee auf Kosten des Hauses mit einschloß. Auf alle Fälle, den Laden verließ ich viel später und mit noch einer Jeans mehr.

Irgendwas anderes hätte ich nicht zwingend gebraucht und draußen zog schon die Abenddämmerung auf. Zeit, nach Hause zu fahren oder irgendwohin? Hmmm...wieso nicht in die City? Einfach so, noch eine schnelle Tour durch die Läden? Gehört sich das so? Ich bin doch keine Frau? Ach was!

Es war sogar ein kostenloser Parkplatz in unmittelbarer Citynähe frei. In den ersten zwei Läden verbrachte ich absichtlich nur kurze Zeit. Zu vieles da, wo man(n) schwach werden könnte. Nein, ich werde der Versuchung widerstehen ich werde der Versuchung wider...ich werde...Versuchung...RAUS HIER! Die Tour war aber nicht zu Ende.

Rein ins P&C. Ich werde der Versuchung widerstehen. Will mir nur die Winterjacken anschauen. Na gut, vielleicht eine oder zwei anprobieren. Die hier sieht gut aus. Anprobieren. DAS IST ES!!! DIE WILL ICH HABEN. Mitgenommen, zur Kasse gegangen. Hmm...war da nicht vorher ein McNeal-Oberteil? "Komm, die Marke hast du früher gerne getragen und das Oberteil sieht gut aus. Könnte dir passen", meldet sich mit einer Engelsstimme mein weibliches alter ego aus irgendeiner Ecke meines Gehirns. Oberteil passt auch. Mitnehmen. Die letzten Überreste meiner Männlichkeit kämpfen dagegen, so schlug ich einen etwas forscheren Gang auf dem Weg zur Kasse. Beute in Sicherheit bringen. Die neue Jacke gleich anbehalten.

Draußen atmete ich tief durch. Gut, daß ich nur mit sowenig Einkäufen davongekommen bin. Die frische Luft auf dem Weg zum Auto hilft mir zusätzlich, wieder zur Besinnung zu kommen.

Naja, nicht ganz. Als ich ins Auto steige, bin ich immer noch am Grinsen über die erfolgreiche Shopping-Tour. Vielleicht sollte ich das mal wieder machen bei Gelegenheit.

Bei der Ausfahrt aus dem Parkplatz nehme ich in einer engen Kurve (die ich bisher zigmal problemlos passiert habe) mit dem linken Hinterrad den Bordstein mit. Nein, danke! Auf dieses (normalerweise für typisch weiblich) gehaltene Erlebnis hätte ich lieber verzichtet.

P.S. Gut, daß der Felge nichts passiert ist.

P.P.S. Auf der "Flugzeugteilebörse im Technikmuseum Speyer (jährlich, letztes April-Wochenende) gibt es nicht nur FLugzeugteile, sondern alles, was mit Flugzeugen zu tun hat - von Komplettflugzeugen über Wrackteilen aus dem zweiten Weltkrieg bis hin zu Büchern, Werbeprospekte, Modelle und Souvenirs aus den letzten 70+ Jahren Luftfahrt).

6 responses to “Männer und Shopping”

  1. Dani says:

    >>Bei der Ausfahrt aus dem Parkplatz nehme ich in einer engen Kurve (die ich bisher zigmal problemlos passiert habe) mit dem linken Hinterrad den Bordstein mit. Nein, danke! Auf dieses (normalerweise für typisch weiblich) gehaltene Erlebnis hätte ich lieber verzichtet.<<

    Moment mal!
    Was soll denn das heissen?
    Wir Frauen können nicht Autofahren??

    Poah…..das finde ich ganz schön FRECH!
    Also, ICH hab auf den letzten 200.000 Kilometern jede Kurve ohne Rempler genommen. SO. *Zunge rausstreck* 😉

  2. chaton says:

    Hey!
    Die Story gefällt mir besonders gut ! Ein Cab Fahrer mit Sinn für Mode…sehr gut

    >>Bei der Ausfahrt aus dem Parkplatz nehme ich in einer engen Kurve (die ich bisher zigmal problemlos passiert habe) mit dem linken Hinterrad den Bordstein mit. Nein, danke! Auf dieses (normalerweise für typisch weiblich) gehaltene Erlebnis hätte ich lieber verzichtet.<<
    Na, Na , Na … also das ist mir bislang nicht passiert. Kenne das so einige Männer denen das doch häufiger mal passiert-lächel

  3. admin says:

    @Dani und chaton:
    Keine Sorge, irgendwo lauert auch auf euch ein Bordstein. Wer weiß, vielleicht gar am Ende einer ausgiebigen Shopping-Tour?

  4. Dani says:

    Wenn ich einen lauern seh, schicke ich ihn zu Dir 🙂

  5. Mama says:

    Така е, защото до сега аз съм ти купувала дрехите. Крайно време е да разбереш, че пазаруването или т.н. “шопинг терапия” е хубаво нещо!

    admin: майка ми, оправи си правописа. Този път аз го поправих, следващия път гледай сама!

  6. hexxxe says:

    hab mich köstlich amüsiert über deine shoppingtour 😀

    tja und im randsteine mitnehmen darin bin ich meister ;-p

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