Die Vorfreude

Ich glaube, ich habe ein gestörtes Verhältnis zur Fotografie im Allgemeinen und meinen Bildern im besonderen. Man könnte es Obsession nennen - wenn ich mich in eine Idee, eine Serie oder auch ein einzelnes Bild verbissen habe, könnte ich damit auch dem Geduldigsten auf die Nerven gehen. Auf der anderen Seite macht es mir nichts aus, teilweise Bilder monatelang nicht entwickelt im LightRoom-Katalog liegen zu lassen, bis die richtige Zeit dazu gekommen ist.

Manchmal fühle ich mich auch richtig ausgehungert. Ausgehungert daran, Bilder zu machen. So sehr, daß ich auch in solchen Situationen Sachen abgelichtet habe, nach denen mir normalerweise nie der Kopf gestanden hätte. Hat jemand von euch diesen fast schon physisch zu fühlenden Hunger nach irgendetwas absolut nicht essbarem verspürt?

Momentan genieße ich aber eins der schönsten Gefühle, welches bei mir Bilder hervorrufen können - die Vorfreude. Seit sechs Jahren schon bin ich unter den "besseren" Knipsern gegangen, aber dieses-Gefühl hat sich kein Bißchen abgenutzt.

Jedesmal ist es dasselbe - dieses freudige Kribbeln im Bauch, und das Gefühl, mir würde das Wasser im Mund zusammenlaufen. Dabei ist es egal, ob ich eine konkrete Idee für eine Bilderserie habe, nur eine vage Idee samt Location oder nur den Wunsch, auf irgendetwas mit der Kamera loszugehen. Ganz egal, ob ich davon mit guten Bildern im Gepäck zurückkomme oder kein einziges zu gebrauchen sein wird.

Ich gebe es zu, ich habe momentan mehr, vielmehr als nur Bilder vorüber ich mich freuen kann und worüber ich mich ganz gewiss freue. Die Vorfreude aufs Fotografieren jedoch kenne ich aus ganz anderen Zeiten. Lange Zeit war sie weg und jetzt ist es umso schöner, dass sie wieder da ist.

Wie nennt man sowas? Ist es Leidenschaft?

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